
Foto: Flickr, Urheber: Sarah_Ackerman
Österreichs Journalisten und Politiker erklären uns immer wieder, daß Familie wahrlich ein Ort des Greuels ist: Hier herrschten Unterdrückung, moderne Sklaverei, Gewalt und Mißbrauch. Täter seien zumeist die Väter, die ihre Kinder verdreschen und ihre Frauen unterdrücken. Opfer seien die Kinder, die noch immer die verbotene „gesunde Watschen“ bekommen. Opfer seien auch die Frauen, die hinter den Herd gedrängt ihrer glänzenden Karriere beraubt würden und finanziell abhängig gehalten werden.
Von diesem Horror halten sich vor allem Journalistinnen tunlichst fern – Journalistinnen sind in Österreich die Berufsgruppe, die die allerniedrigste Geburtenrate aufweist. Bei Politikerinnen ist die Geburtenrate nicht viel höher. Genau diese Damen wollen Meinungsbildner sein in einem Bereich, den sie gar nicht kennen, sie reden von Dingen, die ihnen völlig fremd sind. Und dennoch: Ihre Berichte und Aussagen prägen das öffentliche Bild von Familie heute als Problemzone, als Katastrophenbereich.
Doch man staune: Die linksliberale Zeitung „Die Zeit“ scherte vor kurzem aus und brachte einen Bericht über die Arbeit des Deutschen Jugendinstitutes in München und dessen „Zentrum für Dauerbeobachtung von Kindern und deren Eltern. Die Mitarbeiter dieses Zentrums reden also mit den Betroffenen selbst, mit den Kindern und den Eltern, mit den Familien. Und man staune noch mehr: Fazit des Leiters des Zentrums, Walter Bien:
„Die Familie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr gut entwickelt. […] Es gibt kaum noch wirkliche Konflikte zwischen den Generationen.“
Die konkreten Zahlen sind so eindeutig, daß man sie fast schon idyllisch nennen kann: Über 90 Prozent der Jugendlichen haben ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern, fast drei Viertel wollen ihre eigenen Kinder genauso erziehen, wie es ihre Eltern gemacht haben. Genauso viele Jugendliche meinen, man brauche Familie, um wirklich glücklich zu sein. Auch die heutigen Eltern sind rundum zufrieden: 74 Prozent charakterisieren die Atmosphäre in ihrer Familie mit Harmonie, Wärme und Geborgenheit. Auch die Großeltern sind in das harmonische Miteinander einbezogen. Das Verhältnis zwischen Enkeln und Großeltern war noch nie so gut wie heute.
Die Kluft zwischen veröffentlichter Meinung und tatsächlicher Situation in den Familien ist also eine riesige. Warum aber ist das Zusammenleben in der Familie heute so ein einträchtiges? Die Antwort liegt wohl paradoxerweise gerade in der öffentlichen Diffamierung der Familie: Wer sich heute für eine Familiengründung entscheidet, tut dies ganz bewußt und bewußt gegen die Meinung, die man ständig hört. Tut dies auch, obwohl ihn enorme finanzielle Nachteile erwarten. Wer heute eine Familie hat, will sie auch wirklich. Wer heute Familie hat, bemüht sich, kümmert sich. Der Vater unterstützt die Mutter, sorgt sich um ein gutes, intensives Verhältnis zu seinen Kindern. Die Mutter setzt alles daran, trotz oft notwendiger, zumindest teilweiser Erwerbstätigkeit genügend Zeit und Zuwendung für die Familie aufzubringen. Das gemeinsame Bemühen trägt die erhofften Früchte – man ist miteinander glücklich. Diese Erkenntnis gibt wirklich Hoffnung für unsere Zukunft. Denn unsere Zukunft liegt in glücklichen Kindern!









