Burnout bei Frauen – das Übel an der Wurzel anpacken!

600.00 Frauen seien laut Arbeiterkammer Burn-out-gefährdet, Frauen seien von dieser Krankheit weit mehr betroffen als Männer. Die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei der Hauptgrund dafür, meint die AK. Die AK Salzburg nimmt diese Zahlen zum Anlass, ein Vorsorge-Programm mit Anti-Burnout-Seminaren zu veranstalten. Dort lernen die gefährdeten Frauen, „berufliche und private Stressoren zu erkennen“, sie erarbeiten „Strategien für den Umgang mit sich und anderen“ und erhalten „Tipps zur Veränderung auf der Verhaltensebene“.

Das klingt vielleicht gut und engagiert, möglicherweise hilft es auch manch ausgebrannter Frau. Doch wäre es nicht viel wichtiger und effizienter, das Übel an der Wurzel zu packen? Weil das Geld eines Verdieners oft nicht ausreicht, eine Familie zu ernähren, müssen junge Mütter früher, als sie wollen – und oftmals können!, einer gewerblichen Arbeit nachgehen und die kleinen Kinder in Fremdbetreuung geben. Das frustriert und kostet Kräfte!

Stärken wir endlich Familien, damit Frauen sich nicht mehr gezwungen sehen, früher als gewollt ihr Kind alleine zu lassen und geben wir Müttern endlich die ihnen gebührende Anerkennung! Vielleicht würde sich dann die AK die Kosten für die Anti-Burnout Seminare ersparen können?

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Sexismusdebatte: Die Macht der Frauen

Eine neue Sexismus-Debatte schwappt gerade von Deutschland auf Österreich über. In Deutschland wurde sie ausgelöst von einer jungen „Spiegel“-Journalistin, die sich über unangenehme Gerüchte über eine Affäre mit einem Politiker der „Piratenpartei“ beklagt, und von einer „Stern“-Journalistin, die den (von einem Jahr geäußerten) „Herrenwitz“ eines gealterten Politikers spät Abends an der Bar anprangert. Endlich können Alt-Feministinnen wieder eine Front bilden, den Jungen beispringen, Alice Schwarzer frohlockt in ihrem Blog:

„Es ist neu, dass diese Art von sexistischem Verhalten nicht im besten Fall als peinlich abgetan, sondern als politisch gewertet wird. […] Genug runtergeschluckt. Genug gelächelt. Jetzt wird es wieder ernst.“

In Österreich fordert daraufhin die Frauenministerin, „Po-Grapschen“ ins Strafrecht zu schreiben. Ein blöder Anmachspruch, ein falsches Hinterherpfeifen, ein Blick auf das falsche Körperteil zur falschen Zeit – ab ins Gefängnis? Natürlich kommt es immer wieder vor, dass das Verhalten eines meist nicht besonders intelligenten Mannes für eine Frau unangenehm ist und es gibt auch Möglichkeiten, sexuelle Belästigung strafrechtlich zu verfolgen.

Derartige Debatten und Vorschläge tragen dazu bei, dass das Verhältnis zwischen Männern und Frauen kompliziert und vor allem verkrampft wird. Brauchen wir Frauen wirklich ein „moralpolizeilich gesichertes Umfeld“, um unsere Würde zu bewahren?

Einen weiteren Aspekt zu der Debatte bringt Birgit Kelle auf den Punkt:

„Wir besitzen Macht. Macht über Männer, nichts zeigt dies deutlicher als die unsägliche Brüderle-Geschichte. Wir können mit einer Beschuldigung einen Mann und eine Karriere ruinieren. Wir besitzen Macht, weil Männer auf weibliche Reize reagieren. Weil wir sie damit viel häufiger in der Hand haben, als ihnen lieb ist, und vor allem, weil wir das wissen.“

Sind wir Frauen wirklich immer nur Opfer, oder vielleicht doch auch die, die die Macht haben – und oft auch einsetzen?

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Blogschau zur Sexismusdebatte und zu Familienleistungen

Wer sich verwundert fragt, wie “Po-Grapschen” zum bestimmenden innenpolitischen Thema der letzten Tage werden konnte, und was es mit der Sexismus-Debatte in Deutschland auf sich hat, dem legen wir einen pointierten Kommentar von Birgit Kelle ans Herz. Er trägt den Titel “Dann mach doch die Bluse zu!” und beginnt mit dem vielsagenden Satz:

“Vielleicht wäre uns diese ganze Debatte erspart geblieben, wenn an diesem ominösen Abend an der Bar nicht Rainer Brüderle, sondern George Clooney gestanden hätte, um seine Tanzkarte an Frau Himmelreich weiterzureichen.”

Aus einem ganz anderen Blickwinkel nähert sich das Online-Magazin “Cicero” dem Thema. Der Autor Alexander Kissler kommt zum Schluss, dass die Sexismus-Debatte wieder klar hervortritt, was Gender-Ideologen beharrlich leugnen: Dass wir eben alle entweder Frauen oder Männer sind.

Einem ganz anderen Thema widmet sich Peter Pitzinger in einem Gastkommentar im Blog von Andreas Unterberger. Er zerpflückt einen Artikel aus dem aktuellen “Spiegel”, der die Familienpolitik in Deutschland für gescheitert erklärt. Unter dem Titel “200 Milliarden für Deutschlands Familien?” deckt er auf, dass die Autoren schnell einmal Leistungen wie Witwenpensionen oder die Mitversicherung von Kindern bei ihren Eltern zur Familienförderung zählen, und sich dann “wundern”, wieso diese hohe Summe nicht zu steigenden Geburtenraten führt. Auch wir kennen keine einzige Familie, die sich wegen einer Witwenrente für ein Kind entschieden hätte.

Viel Spaß beim Lesen!

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Lohnungerechtigkeit: Ist verfehlte Familienpolitik die Ursache?

Bild: https://magazin.spiegel.de/reader/index_SP.html#j=2013&h=4&a=90638282

In regelmäßigen Abständen bekommen wir zu hören, dass Frauen noch immer um einiges weniger verdienen als Männer. Um diese Ungerechtigkeit endlich zu beseitigen, werden den Unternehmen von Frauenpolitikern komplizierte, aufwändige Verfahren der Gehaltstransparenz aufgedrängt und Sanktionen angedroht. Der aktuelle „Spiegel“ widmet diesem Thema einen Artikel und bricht im Untertitel ein Tabu:

“Nicht Betriebe sind das Problem, sondern eine falsche Familienpolitik.”

Der Spiegel schließt messerscharf, dass die Ungleichheit zwischen Männer- und Frauengehältern oft deswegen besteht, weil Frauen andere Biographien haben als Männer. Weil Frauen einfach gerne eine Zeitlang bei ihren kleinen Kindern zu Hause bleiben und deswegen ihre Berufslaufbahn unterbrechen. Und weil Frauen gerne eine Zeitlang auch Teilzeitbeschäftigungen nachgehen, um ihre Schulkinder betreuen zu können. Um die Lohnungerechtigkeit zu beseitigen, müssten Frauenpolitiker also als erstes dafür sorgen, dass Mütter beim Wiedereinstieg in den Beruf nach der Babypause gefördert werden und dass Teilzeitstellen nicht schlechter als Vollzeitstellen bezahlt werden.

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Warum ist Österreich so kinderfeindlich?

Ganze 69 Prozent, also drei von vier Österreichern, sagen laut einer jüngst veröffentlichten Umfrage der „Stiftung für Zukunftsfragen“ in Hamburg, dass das Klima in Österreich kinderfeindlich sei. Damit steht Österreich an viertletzter Stelle in Europa. Ein Ergebnis, das alle zuständigen Politiker aufrütteln sollte. Schließlich sichern nur Kinder eine Zukunft.

Warum haben Kinder in Österreich so gar keinen Stellenwert? Liegt es vielleicht daran, dass man den jungen Frauen ständig einzureden versucht, Kinder seien bloß ein Klotz am Bein am Weg zur Selbstverwirklichung? Liegt es vielleicht auch daran, dass Familien mit mehreren Kindern im Sozialstaat Österreich stark armutsgefährdet sind? Täte ein wenig mehr Wertschätzung für Kinder und für Frauen mit Kindern unserem Land nicht gut?

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Homo-Ehe in Frankreich: Die halbe Wahrheit ist eine ganze Manipulation

Der “Standard” berichtet heute über eine für Sonntag geplante Großdemo in Frankreich. Hunderttausende wenden sich dort gegen den Plan von Francois Hollande, Ehe, Adoption und künstliche Befruchtung auf Steuerkosten für gleichgeschlechtliche Paare einzuführen. Liest man nur den Standard-Artikel, könnte man glauben, es handle sich dabei um ein letztes Aufbegehren  einer kleinen, reaktionären Minderheit.

“Das katholisch-konservative Frankreich will aber verhindern, dass es überhaupt zur Debatte kommt. Seine medienbewusste Anführerin Frigide Barjot – bürgerlich heißt sie Virginie Merle – will am Sonntag eine halbe Millionen Menschen auf die Straße bringen. Vorausgegangen war eine wochenlange Kampagne aus Petitionen, Brieflawinen und kleineren Demos. Ihnen suchte Barjot einen jugendlich-modernen Stil zu geben – zum Beispiel bat sie Demonstranten, auf Hermès-Seidenschals zu verzichten, um dem Klischee der reichen Bürgersfrau zu entkommen.”

Diese halbe Wahrheit ist allerdings eine ganze Manipulation. Denn nicht nur reiche, katholische Bürgersfrauen wenden sich gegen die Homoehe, sondern auch laizistische, ja eindeutig linke Franzosen! Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet deutlich objektiver über die bevorstehende Demo und lässt auch einen Homosexuellenaktivisten zu Wort kommen, dessen Organisation sich an der Demo beteiligt:

“Xavier Bougibault pflichtet ihr bei. Der junge Mann steht der Homosexuellenvereinigung „Plus gay sans mariage“ (“Schwuler ohne Heirat“) vor. Er sagt, es sei ein bedauerlicher Irrtum zu glauben, dass alle Homosexuellen nach einer Gleichsetzung mit Heterosexuellen strebten. „Ich bin mit Vater und Mutter aufgewachsen und bin dankbar darüber“, sagt Bougibault.”

Außerdem beteiligen sich die Einwanderergruppe „Fils de France“ (Söhne Frankreichs), die linke Gruppe „La Gauche pour le mariage républicain“ (Die Linke für die republikanische Ehe) und die Gattin des sozialistischen Ex-Premiers Lionel Jospin an den Demonstrationen. Kurz gesagt: Der Widerstand gegen das Adoptionsrecht vereint Personen aus allen gesellschaftlichen Gruppen, und auch wir schließen uns der Ansicht an. Dass Ehe und Elternrechte nur für Mann und Frau gelten, hat gute Gründe und soll auch so bleiben.

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Krippenkritik in der “Presse”

Letzten Sonntag hat die “Presse” die Titelseite und eine Doppelseite im Blattinneren der Kinderbetreuungsdiskussion gewidmet, und dabei große Wahrheiten gelassen ausgesprochen. Der dänische “Erziehungsguru”, dem übrigens der “Standard” eine eigene Kolumne widmet, erklärte erstaunlich klar:

“In diesem Wettrennen um möglichst viele Krippenplätze laufe die Gesellschaft allerdings Gefahr, über ihre eigenen Füße zu stolpern und eine Bruchlandung hinzulegen, meinen mittlerweile Skeptiker wie Jesper Juul. Ein Kritikpunkt ist, dass die bessere Versorgung mit Krippenplätzen zu einer normativen Kraft des Faktischen geworden ist: Es gibt mehr Betreuungsplätze, und deshalb müssen diese nun gefälligst auch in Anspruch genommen werden. ,Eine Zwangsmaßnahme’, wettert Juul, der es ein ,Privileg’ nennt, wenn Mütter ihre Kinder bis zum Alter von drei Jahren zu Hause erziehen können.”

In einem weitern Artikel thematisiert die “Presse” auch Stressstudien, die bei 22% der Krippenkinder ungesund hohen Pegel des Stresshormons Cortisol nachgewiesen haben und ergänzt:

“In Studien maß man mithilfe von Speichelproben das Stresshormon Cortisol bei Krippenkindern – gerade bei besonders zurückgezogenen Kindern fand sich am meisten davon. ,Laute holen sich durch ihr Geschrei stressregulierende Zuwendung’, sagt Barbara Supper vom Institut für Entwicklungspsychologie der Uni Wien. ,Die Stillen sind problemlos und werden dadurch eher beiseite gelassen.’”

Fakten, die uns noch vom Artikel des Kinderarztes Dr. Böhm in der FAZ in Erinnerung sind. Auch Kindergärtnerinnen werden durch den gesellschaftlichen Druck zur Fremdbetreuung verunsichert.

“Und was ist, wenn Kindergärtnerinnen eine Eingewöhnung zu schmerzhaft für das Kind finden, die Eltern aber trotzdem darauf bestehen? Ob sie Verantwortung für das Kindeswohl übernehmen oder sich eher als Dienstleister für die Eltern sehen, hängt vom Personal ab. Man fürchte oft, selbst versagt zu haben, hört man unter der Hand von Kindergärtnern.”

Auch bei der Frage, wieso es diesen Druck zur Fremdbetreuung gibt, nimmt sich Jesper Juul kein Blatt vor den Mund. Denn die Betreuung dient nicht den Familien, sondern dem Arbeitsmarkt!

“Kinderkrippen sind keine Erfindung Gottes und kein Geschenk an seine jüngsten Schäfchen. Sie sind ein Angebot der Gesellschaft an die Eltern, die im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt benötigt werden.”

Ein großes Lob an die verantwortlichen Redakteurinnen Doris Kraus und Anne-Catherine Simon! Wir hoffen, dass sie am Thema dran bleiben.

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Kinderwunschstudie: Vorbild Frankreich!

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat der von uns bereits erwähnten Kinderwunschstudie am 18. Dezember einen Platz auf der Titelseite eingeräumt. Auf Seite 2 wird eine besonders aufschlussreiche Erkenntnis präsentiert:

“Kinder dienender Studie zufolge in Deutschland nicht der Statusaufwertung der Eltern. Auf die Frage, ob sich ,die Meinung der anderen Leute über sie verbessern würde, wenn sie in den nächsten drei Jahren ein Kind bekämen’, antworteten nur 17% der Kinderlosen mit Ja.

Von denjenigen Befragten, die bereits Kinder hatten, nahmen nur fünf Prozent an, dass ihre gesellschaftliche Anerkennung steigen würde. 13% der Eltern von mindestens zwei Kindern dachten sogar umgekehrt, dass ihre gesellschaftliche Anerkennung mit einem weiteren Kind sinken würde.”

Diese Entwicklung kennen wir auch aus Österreich. Ständig wird Behauptet, dass Familien bei uns sowieso schon mehr bekommen würden, als in jedem anderen Land. Die dadurch geschürte Neiddebatte schürt echte Feindseligkeit gegenüber Eltern mehrerer Kinder. Aber ausgerechnet in einem Land, in dem Familien steuerlich bei weitem besser gestellt sind, als in Österreich, ist die Gesellschaftliche Anerkennung eine ganz andere. Die FAZ schreibt:

“In Frankreich hingegen dachten 33 Prozent der Kinderlosen, dass die Achtung ihrer Mitmenschen steigen würde.”

Diese Einstellung würde auch unserem Land gut tun.

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Was muss sich ändern – Wunsch oder Wirklichkeit?

Kinderwunsch: Lieber kinderlos als “Rabenmutter” betitelt die „Presse“ einen Artikel über eine offizielle deutsche Studie. Diese Behauptung stützt sie auf genau einen Satz der Studie auf Seite 41. Dieser lautet:

“Generell ist davon auszugehen, dass sich Menschen mit einem hohen Anspruch an Elternschaft häufiger als andere gegen Kinder entscheiden, weil sie fürchten, ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden zu können.”

Diesen Satz hat schon die Süddeutsche Zeitung herausgepickt, aber die „Presse“-Redakteure hätten durchaus weiterlesen können. Denn schon der nächste Satz lautet:

“Darüber hinaus bleiben Menschen wahrscheinlich dann häufiger kinderlos, wenn sie erwarten, dass sich ihre spezifischen Vorstellungen von Elternschaft nicht realisieren lassen werden. Eine widersprüchliche Kombination aus Ideal und Lebenswirklichkeit ist in dem Fall ausschlaggebend.”

Wie die Wünsche der Eltern aussehen, sieht man gleich zwei Seiten weiter. Auf die Frage, was sie brauchen, um “…Familie und Beruf gut vereinbaren (zu) können”, antworten Frauen in Westdeutschland so:

37% Flexible Arbeitszeiten
30% Teilzeitarbeit eines Elternteils
28% Nutzung von Kinderbetreuungseinrichtungen
26% Berufliche Auszeit eines Elternteils 

Viele Eltern wollen also ihre Arbeitszeit reduzieren und sich selbst mit den Kindern befassen – sehen sich aber nicht mehr dazu in der Lage, diesen Wunsch umzusetzen. Wenn die Lebenswirklichkeit dem Kinderwunsch entgegensteht, wo muss man dann gegensteuern? Soll man die Wünsche der Eltern ändern, ihnen die traditionellen Rollenbilder austreiben? Soll man ihre Einstellungen an die der ehemaligen DDR anpassen, wo sich 48% für die Nutzung von Kinderbetreuungseinrichtungen aussprechen? Nein! In einer Demokratie sind die Wünsche der Bürger entscheidend. Die Politik muss diese Wünsche ernst nehmen und entsprechende Rahmenbedingungen schaffen!

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Frisierte AK-Umfrage über Elternwünsche

Arbeiterkammer-Präsident Tumpel hat eine Umfrage präsentiert, deren Ergebnis angeblich lautet: „Eltern wollen Kinderbetreuungsplätze statt mehr Geldleistungen“. Diese Schlussfolgerung ist aber mehr als gewagt.

Die Frage lautete:

Angenommen, dem österreichischen Staat stehen zusätzlich 100 Millionen Euro Budgetmittel für Familienförderung zur Verfügung. Wie sollte er diese 100 Millionen Euro einsetzen, um Familien zu unterstützen, sollte er mit diesem Geld

- 20.000 Kinderbetreuungsplätze schaffen
- Familienbeihilfe um Euro 4,50/Monat erhöhen
- höhere Steuergutschrift von 6 Euro/Kind einführen

Diese Antwortmöglichkeiten machen stutzig, wir wollen sie genauer hinterfragen.

1.)    Kann man mit 100 Millionen Euro wirklich 20.000 Kinderbetreuungsplätze schaffen?
Nur dann, wenn ein Platz für € 5.000,- im Jahr zu haben ist. In NÖ gaben Land und Gemeinden € 416.250.000,- für 49.038 Kindergartenkinder aus, ein Platz kostete den Steuerzahler daher € 8.488,32 pro Jahr. Fazit: Die Antwort ist übertrieben positiv dargestellt.

2.)    Gibt es wirklich nur € 4,50/Monat mehr, wenn die Familienbeihilfe um 100 Millionen Euro aufgestockt wird? Nun, € 4,50 pro Kind und Monat bedeutet für eine Familie mit zwei Kindern immerhin € 108,- mehr pro Jahr – und das nicht nur für die drei oder vier Jahre, die ein Kinderbetreuungsplatz genützt wird, sondern für bis zu 24 Jahre!
Die Antwort ist also übertrieben negativ dargestellt.

3.)    Wie die AK auf eine „Steuergutschrift von 6 Euro/Kind“ (noch dazu ohne definierten Zeitraum) kommt, ist völlig unverständlich. Ob eine Familie von einem Absetzbetrag profitiert, hängt von der Steuerklasse ab. Wer eine gut bezahlte Arbeit hat, zahlt mehr Steuern und bekommt natürlich auch mehr zurück als bei einer Erhöhung der Familienbeihilfe. Die Antwort ist also übertrieben negativ dargestellt.

Trotz so frisierter Antwortmöglichkeiten geben gerade einmal 48% der Eltern Antwort 1 an. Wenn sich irgendein Journalist auf Basis dieser Umfrage wirklich einbildet, die Wünsche der Eltern zu kennen, dann ist er reichlich naiv. Denn die AK-Verantwortlichen interessieren sie sich vermutlich nicht im Geringsten für die Wünsche der Eltern, sondern brauchen die Daten nur dazu, ihre (Lobby-)Politik zu rechtfertigen.

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Zwanghaft aufgeklärt?

Beinahe überrascht klingt die Artikelüberschrift in der heutigen Presse: „Sex auch für Jugendliche ein Tabuthema“ über die gestern präsentierte Umfrage „Jugendsexualität, 11 Jahre danach“. Völlig unhinterfragt transportiert die Zeitung auch gleich die Forderung der „Gesellschaft für Familienplanung“, nun müsse…

„…durch eine intensive Sexualpädagogik noch mehr für das Thema sensibilisiert werden“

Wurde das Thema Sexualpädagogik nicht gerade in allen wichtigen Medien abgehandelt? Gab es am Ende nicht ein klares Ergebnis, dass 51% der Österreicher die Sexualbroschüre der Unterrichtsministerin für zu intim halten?

Auch wir waren einmal elf, zwölf Jahre alt und haben heimlich „Bravo“ gelesen. Auch wir haben in der Schule erfahren, was bei Sex und Verhütung zu beachten ist. Aber wenn „Sexualpädagogen“ Jugendliche „intensiv“ dazu drängen, ihre intimsten Gedanken zu offenbaren, wird das Thema unangenehm für Schüler und Eltern. Die Empfehlung, die Intimsphäre unserer Kinder zu verletzen, zeigt deutlich, dass die „Gesellschaft für Familienplanung“ und das Unterrichtsministerium den Sinn von Sexualkunde gründlich missverstanden haben.

Schon bei einer früheren Diskussion haben wir Stellung bezogen. Sexualkunde soll Kinder nicht überfordern und überrumpeln, sondern:

„Hier muss das Mädchen oder der Junge einen geeigneten Ansprechpartner finden, um seine Wissbegier zu stillen. Es sind nicht alle Kinder gleich schnell in ihrer Entwicklung…“

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Bildungstests verschlechtern sich – Woran liegt’s?

In allen Zeitungen liest man wieder davon, dass sich die Ergebnisse österreichischer Schüler in Bildungstests verschlechtern. Wir haben uns schon an diese Meldungen gewöhnt, wir kennen auch die übliche Reaktion von Journalisten und „Bildungsexperten“. Sie warten nur auf solche Meldungen, um ihre Forderungen nach einer ganztägigen Gesamtschule unter die Leute zu bringen. Aber was hat sich denn in den letzten Jahren an den Schulen verändert, das jetzt auf die Testergebnisse durchschlagen könnte? Eher wenig.

Was sich viel stärker verändert hat, ist die Situation in den Familien. Besonders Mütter arbeiten viel früher wieder Vollzeit, obwohl viele von ihnen gerne mehr Zeit für die Kinder hätten. Grund dafür ist die angespannte Wirtschaftslage und der Wertverlust staatlicher Familienleistungen. Auch aus der Politik hört man nur, wie schlecht Teilzeitarbeit doch ist.

Welche Auswirkungen Vollzeit- und Teilzeitarbeit auf das Abschneiden der Kinder bei Bildungstests haben, kann man aus den PISA-Daten herauslesen. Das BIFIE verweigert zwar den Einblick, aber die zuständige Stelle in Australien hat die Daten aller Teilnehmerländer online verfügbar gemacht, jeder kann sie analysieren!

Das Ergebnis:
15-Jährige Schüler, deren Mutter Vollzeit arbeitet, erreichen im Schnitt beim Lesen 480, in Mathematik 502 und in den Naturwissenschaften 505 Punkte. Summe: 1.487 Punkte
15-Jährige Schüler, deren Mutter Teilzeit arbeitet, erreichen im Schnitt beim Lesen 489, in Mathematik 511 und in den Naturwissenschaften 514 Punkte. Summe: 1.514 Punkte
Ein solcher Vorsprung ist auch in anderen Ländern nachzuweisen. In Deutschland liegt er bei 45 Punkten, in der Schweiz bei 96 Punkten.

Spricht das jetzt gegen jede Vollzeitbeschäftigung? Keineswegs! Wer freiwillig Vollzeit arbeitet, tut das doch, weil er weiß, dass sich der Nachwuchs gut entwickelt. Problematisch wird es erst dann, wenn man merkt, dass die Kinder mehr Zeit brauchen, aber die Umstände keine Stundenreduktion zulassen. Hier ist die Politik gefragt. Statt für Existenz- und Zukunftsängste zu sorgen, muss sie die Umstände ändern und für finanzielle Sicherheit von Eltern sorgen. Denn Schüler profitieren davon, wenn ihre Mütter sich für eine Teilzeitbeschäftigung entscheiden können.

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“NEWS” warnt Arbeitgeber: Schwangerschaft ansteckend!

Wenn man Vorbilder hat, fällt vieles leichter, auch Kinderkriegen. Für NEWS-Redakteure offenbar eine erschreckende Nachricht, vor der alle Arbeitgeber gewarnt werden müssen!

Eigentlich ging es in der Meldung um eine Studie, die Wissenschaftler der Uni Bamberg dieser Tage veröffentlicht haben. Nach Auswertung der Daten von etwa 42.000 Frauen zogen sie folgende Schlüsse:

Der Austausch mit der schwangeren Kollegin oder ihrem Baby stärke den Kinderwunsch und auch das Selbstvertrauen, heißt es in der Studie. “Da die Entscheidung für ein Kind unter erheblicher Unsicherheit getroffen wird, sind die Erfahrungen sozialer Kontakte besonders relevant.”

In der NEWS-Redaktion scheint diese Nachricht wie eine Bombe eingeschlagen zu sein. Immerhin ist Kinderlosigkeit unter Journalisten so weit verbreitet wie in kaum einer anderen Berufsgruppe: Die Geburtenrate liegt bei 0,5 Kindern pro Journalistin. Und so kann man es dem Autor/ der Autorin des Artikels auch nicht übel nehmen, wenn er oder sie über Schwangerschaft schreibt, als wäre es eine ansteckende Krankheit, denn wahrscheinlich hat er oder sie noch nie mit einer schwangeren Kollegin zu tun gehabt.

Was aber völlig skurril ist, ist die Warnung: “Arbeitgeber aufgepasst!”. Worauf sollen die Arbeitgeber denn aufpassen? Dass sie eine Angestellte mit Kinderwunsch lieber gleich kündigen, bevor sie noch Kolleginnen ansteckt? Oder dass sie den Austausch der karenzierten Angestellten mit ihren Kolleginnen verhindern?

Liebe NEWS-Redakteure! Schwangerschaft ist etwas völlig normales. Jeden Tag werden ca. 200 Frauen in Österreich schwanger. Jeden Tag stehen Arbeitgeber vor der Herausforderung, den Betrieb trotzdem aufrecht zu erhalten und finden eine Lösung dafür. Auch persönlich müsst Ihr Euch keine Sorgen über die Ansteckungsgefahr machen, wenn Ihr Euch mit schwangeren Kolleginnen austauscht. Denn davon allein ist noch niemand schwanger geworden.

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Wo wachsen Kinder heute auf?

Wenn wieder einmal politische Maßnahmen vorgeschlagen werden, die die traditionelle Familie benachteiligen, erklären die Verantwortlichen Minister immer gerne, dass es die klassische Familie in der Form ja längst nicht mehr gäbe. In Zeiten mit 35% Singlehaushalten, in Zeiten, in denen 40% der Kinder unehelich geboren werden und in denen jede zweite Ehe geschieden wird, müsse die Politik eben auf die geänderten Verhältnisse Rücksicht nehmen.

Aber stimmt diese übliche Darstellung? Nein!

Wer einen Blick in die Daten der Statistik Austria wirft, kann die Behauptung schnell widerlegen. Etwa 1,2 Millionen Kinder lebten 2011 in Österreich, exakt sind es 1.229.408 unter 15-Jährige. 80% oder 977.724 dieser Kinder leben mit beiden leiblichen Eltern unter einem Dach! Der weit überwiegende Anteil dieser Elternpaare ist verheiratet. Viele dieser Eltern haben erst geheiratet, nachdem das Kind schon auf der Welt war, aber den Kindern ist das vermutlich herzlich egal.

Viel weniger Kinder, nämlich nur 8% oder 99.200 leben in Patchworkfamilien. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass sie in diese Beziehung mitgebracht wurden. Einige von ihnen wurden in diese Patchworkfamilie hineingeboren und leben ebenfalls, ganz traditionell, mit beiden leiblichen Eltern – und zusätzlich mit mindestens einem Halbbruder oder einer Halbschwester – zusammen. Übrigens: Auch unter den Patchworkfamilien ist die Mehrzahl verheiratet.

12% der Kinder unter 15 Jahren, bzw. 144.619 Kinder leben mit nur einem Elternteil. Dieser Anteil ist übrigens deutlich kleiner als noch vor 20 Jahren: Die Statistik aus Kinderperspektive zählte im Jahr 1991 noch fast 15% aller Kinder, die bei nur einem Elternteil leben, seitdem ist der Anteil um 2,8% zurückgegangen.

Was ebenfalls seit der Statistik über die Volkszählung 1991 bekannt ist, ist dass die allermeisten Kinder mit Geschwistern aufwachsen – dass also die sinkende Geburtenrate keinen Einfluss auf den Anteil der Einzelkinder hat. Die Kinder im Jahr 1991 lebten im Schnitt in einem Haushalt mit 2,87 Kindern.

Fazit: Kinder erleben Familie wie eh und je als klassische Familie, in der sie mit ihren verheirateten, leiblichen Eltern, und gemeinsam mit mindestens einem Bruder oder einer Schwester unter einem Dach leben. Wann immer ein Politiker oder Journalist etwas anderes behauptet, muss man ihm nur den Link zu dieser Statistik schicken!

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Länger unterrichtet – besser gebildet?

Bundeskanzler Faymann zeigte in den letzten Tagen gleich in mehreren Aussagen, wie wenig er Eltern vertraut, Entscheidungen über die Erziehung ihrer Kinder selbst zu treffen. In einem Interview mit der Tageszeitung “Der Standard” erklärte er am Sonntag:

“Ich bin davon überzeugt, dass diese Idee – die Mutter ist zu Hause und hilft dem Kind am Nachmittag bei der Hausübung – keinen Sinn ergibt.”
die Ganztagsschule sei ein “…Riesengewinn, selbst wenn jemand zu Hause wäre, der Zeit hätte.”

Diese Behauptung hält einer Überprüfung nicht stand. Die meisten Österreicher sind sich einig, dass das Schulsystem heute im Vergleich zu früher größere Mängel aufweist. Wenn es aber früher möglich war, den selben Stoff am Vormittag zu vermitteln, es heute aber nicht mehr geht, dann muss das am Unterricht, oder an den Bedingungen in der Klasse liegen. Was genau soll denn besser werden, wenn die Kinder in Zukunft noch länger die selben schlechten Unterrichtsbedinungen aushalten müssen?

Die ÖVP ist bei den Plänen der SPÖ deswegen auch zuerst reflexartig zusammengezuckt. Staatlicher Druck in Richtung Ganztagsschule widerspricht nicht nur der bisherigen ÖVP-Parteilinie, sondern auch den Wünschen der allermeisten Eltern. Die große Mehrheit von ihnen gibt in jeder Befragung (z.B. Gisser-Studie ab S. 29) an, dass sie es für ideal halten, wenn ein Elternteil maximal Teilzeit arbeitet, solange das jüngste Kind noch im Schulalter ist. Doch statt sich die Mühe zu machen, zeitgemäße Argumente für ihre Position zu finden, hat die ÖVP erst lange nichts getan, um am Ende doch der SPÖ zuzustimmen. Vorerst sollen also 25% aller Schüler zu Ganztagsschülern werden, aber Faymann signalisiert schon, dass ihm das noch lange nicht reicht. In der gestrigen ”Zeit im Bild” erklärt er zur Ganztagsschule:

“Für 25% braucht man keine Erbschaftssteuer, aber ich wünsche mir ja einen 100%igen Ausbau.”

100% Ganztagsschule ist nichts anderes als ein Misstrauensvotum gegen Eltern und ein Versuch, die Erziehung komplett zu verstaatlichen. Eltern sollen auch in Zukunft die Möglichkeit haben, die Erziehung ihrer Kinder selbst zu bestimmen und sie, in dem Ausmaß in dem sie das wollen, auch selbst in die zu Hand nehmen!

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